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Weltschulmilchtag

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Im Namen der Volksgesundheit
Eine kurze Historie der Schulmilch in Deutschland
Seit die Welt-Ernährungs-Organisation der Vereinten Nationen (FAO) am 28. September 2000 den Weltschulmilchtag zum ersten Mal ausgerufen hat, wird der Weltschulmilchtag immer am letzten Mittwoch des Septembers gefeiert.
DER WELTSCHULMILCHTAG
"Wer einmal gesehen hat, wie gerne Dessertspeisen und Puddinge von Kindern gegessen werden, glaubt wie ich daran, welche Absatzchancen hier noch für die Milchwirtschaft liegen."
(Dr. G. Andersen, 1978)
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Die Definition
Unter Schulmilch wird nicht allein die reine (Kuh-) Vollmilch verstanden, sondern neben Mischgetränken wie Kakao oder Vanillemilch auch alle sonstigen Milchprodukte, wie Joghurt, Pudding und Quark. Wenn wir von Schulmilch reden, sprechen wir meistens von Kakao und weniger von purer Milch, da Kakao unter den Schüler*Innen mit Abstand am beliebtesten ist.
„Kinder akzeptieren den Verzehr von Milch auf die Dauer in der Regel nicht ohne weiteres. Man spricht seit langem von der Milchmüdigkeit und hat daher schon vor dem zweiten Weltkrieg in breit angelegten Versuchen den Versuch gemacht, diese unerwünschte Erscheinung durch geschmackliche Variationen des Angebotes für ein Schulfrühstück zu überwinden. Insbesondere ist es da der Kakaotrunk gewesen, der im Wettbewerb mit anderen möglichen Geschmacksvarianten wie Bananentrunk, Vanillemilch usw. das Rennen gemacht hat."
(Dr. G. Andersen, 1978)
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Die Subventionierung
Schulmilch wird mit Bundes- und Landesmitteln gefördert. (In NRW noch bis 1974.)
1957 - 1965
ab 1966
Nach Wegfall der Subventionierung geht der Schulmilchabsatz in allen Ländern bis auf NRW (dort ab 1975) zurück.
ab 1977
Schulmilch wird bundesweit durch die Europäische Union gefördert.
"Die Mehrzahl der Schulmilchproduzenten  und -händler geben zu, dass eine Schulmilchversorgung überhaupt nur noch so lange aufrecht erhalten werden könne, wie es Beihilfe gibt."
(Studie zur Schulmilchversorgung in Deutschland, 1997)
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Die Motivation
Schulmilch wurde in den letzten 60 Jahren bis heute aus den stets gleichen Gründen gefördert:
Die Kinder kommen ohne Frühstück und ausreichende Pausenverpflegung in die Schule.
Die Kinder sind unterversorgt und mangelernährt.
Durch die Schulmilch sind die Kinder leistungsfähiger und können sich länger konzentrieren.
„Unsere Absicht bei der Belieferung der Schulen mit Milch ist nicht die Erzielung von Gewinnen, sondern wir wollen in ernährungspolitischen und volkswirtschaftlichen Interesse unseres Landes die Kinder an den für Gesundheit und Wachstum so überaus wertvollen Milchgenuß gewöhnen."
(Geschäftsbericht der Bayrischen Milchversorgung, 1926)
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Und täglich grüßt die Volksgesundheit.
In allen Aufzeichnungen zur Schulmilch ist über die Jahre hinweg stets zu lesen, dass der Konsum der Schulmilch rückläufig sei. Die Milchwirtschaft bemüht sich nach Kräften den Schüler*Innen die Schulmilch schmackhaft zu machen und nennt als Grund immer das eine: Die Volksgesundheit. Die Marketingmaschinerie läuft unablässig und vermittelt den Eltern, dass (Kuh-)Milch, egal in welcher Form, wichtig für ihre Kinder sei.
„Die Eltern sind meistens sehr rasch zu überzeugen, daß Milch ein für ihre Kinder unentbehrliches Getränk ist, aber die Eltern haben zu Hause sehr oft selbst ihr liebe Not mit ihren Kindern, und dann hilft alles Zureden - von Gewaltmaßnahmen ganz zu schweigen - hinsichtlich des Milchtrinkens nicht. Kinder muß man entsprechend beeinflussen, indem man ihnen die Milch besonders begehrenswert erscheinen lässt."
(Der Milchkaufmann, 1959)
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Die Hintergründe
(Kuh-) Milch hat sich in den vergangen 150 Jahren zu einem Weltwirtschafts-Milliardenobjekt entwickelt. Die Volksgesundheit mag in der Anfangszeit noch eine Rolle gespielt haben, heute bestimmt das Wirtschaftswachstum. Milch und Milchprodukte begegnen uns in meterlangen Kühlregalen und wir haben längst den Bezug zu ihrer Herkunft verloren: Der stets schwangeren Mutterkuh, der jedes ihrer Kälbchen entrissen wird, damit unsere Kinder im Namen der Volksgesundheit EU-subventionierten Kakao trinken können.
Dr. G. Andersen in "Schulmilch", Molkereitechnik Band 41, 1978 | Geschäftsbericht der Bayrischen Milchversorgung 1926, in „Erfahrungen und Erfolge in der Distribution von Schulmilch“ von Dr. W-R. Thym, in „Schulmilch 2", Molkereitechnik Band 52, 1981 | Der Milchkaufmann, 1959 | Studie zur Schulmilchversorgung in Deutschland, 1997
QUELLEN
www.von-herzen-vegan.de